9 Monate DSGVO – Eine Bilanz

Die Wolken, die vor dem 25. Mai 2018 aufzogen, sind mittlerweile weiter gezogen. Die DSGVO ist nun seit mehr als neun Monaten in Kraft. Zeit eine erste Bilanz zu ziehen.

Ende Januar 2019 sorgte Jana Klemisch-Post von der Landesbeauftragten f√ľr Datenschutz und Informationsfreiheit (LDI) Nordrhein-Westfalen auf einer Veranstaltung in Bielefeld zwar f√ľr etwas Erleichterung. Klemisch-Post betonte in Hinblick auf die stark angehobenen Bu√ügelder, dass die Perspektive der Wirtschaft auf Seiten der Aufsichtsbeh√∂rden durchaus bekannt seien und man bei Pr√ľfungen und Sanktionen sehr wohl mit entsprechendem Augenma√ü handeln w√ľrde. Wer sich aktiv um Datenschutz k√ľmmere und bei Datenpannen offen mit der Datenschutzbeh√∂rde kommuniziere, m√ľsse nicht mit Bu√ügeldern in Millionenh√∂he rechnen.

Erste DSGVO Bußgelder in sechsstelliger Höhe

Dennoch gab es in Deutschland in den ersten Monaten erste Sanktionen mit Bußgeldern in bis zu sechsstelliger Höhe. Wie eine Anfrage des Handelsblatt an die Datenschutzbehörden der Länder ergab, gab es in Deutschland seit Inkrafttreten der DSGVO bereits 41 Bußgelder.

Dabei am aktivsten war die LDI NRW. Alleine 33 Bußgelder verhängte die Datenschutzbehörde Nordrhein-Westfalens.

Der LfDI Baden-W√ľrttemberg verh√§ngte hingegen zwar nur zwei Bu√ügelder, daf√ľr allerdings in einer Gesamth√∂he von ‚ā¨ 100.000,-.

Hotel sanktioniert wegen unzureichender TOM

Der Bericht nennt verschiedene typische Fälle, die von den Behörden sanktioniert wurden. So wurde unter anderem ein Hotel sanktioniert, da es unzureichende technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) getroffen hatte und so nicht ausgeschlossen werden konnte, dass im Falle eines erpresserischen Hackerangriffs sensible personenbezogene Daten wie beispielsweise Kreditkarten- und/oder Kundendaten aus dem Buchungssystem hätten offenbart werden können.

EU-weit √ľber 200.000 Verst√∂√üe gegen die DSGVO

Der k√ľrzlich vorgelegte Bericht des Europ√§ischen Datenschutzausschusses (EDSA) kommt auf insgesamt 206.326 Verst√∂√üe gegen die DSGVO. 65.000 seien Selbstanzeigen, 95.000 eigentliche Verst√∂√üe gegen die DSGVO. 52% der F√§lle seien bereits bearbeitet, insgesamt wurden Bu√ügelder in H√∂he von ‚ā¨ 55.955.871,- verh√§ngt. Klingt erst einmal viel, jedoch darf nicht vergessen werden, dass der gr√∂√üte Batzen die franz√∂sische 50-Millionen-Bu√üe gegen Google ausmacht.

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Infografik ''DSGVO-Bilanz'', klein (CC BY-ND 4.0 HOGA Datenschutz)
Infografik “DSGVO-Bilanz“, klein (CC BY-ND 4.0 HOGA Datenschutz)

Infografik „DSGVO-Bilanz“ – gro√ü
Infografik „DSGVO-Bilanz“ – mittel
Infografik „DSGVO-Bilanz“ – klein

Fazit

Erste Bu√ügelder wurden verh√§ngt, die Anzahl der Meldungen ist stark gestiegen. Die Datenschutzbeh√∂rden haben √ľberdies angek√ľndigt, ab sofort verst√§rkt Kontrollen durchzuf√ľhren. Erste Personalaufstockungen haben stattgefunden. Und wo die Personaldecke nicht reicht, da wird das Verh√§ltnis Beratungen zu Sanktionen sicherlich in Zukunft umgekehrt.

Hotels tun also gut daran, sich aktiv um den Datenschutz in ihrem Unternehmen zu k√ľmmern.

Hinweis: Die Datenschutz-News dienen lediglich dem unverbindlichen Informationszweck, stellen keine Rechtsberatung dar und verstehen sich somit ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

2019-03-25T13:18:18+02:0025. März 2019|